Kurz erklärt
- Das Solarplexus-Zentrum, auch Emotionszentrum genannt, ist eines der neun Zentren im Chart.
- Definiert bedeutet einen eigenen emotionalen Rhythmus mit Hochs und Tiefs.
- Undefiniert oder offen bedeutet: Das Kind nimmt die Stimmung im Raum auf und hält sie für seine eigene.
- In der Gefühlswelle gibt es keine klare Wahrheit, Klarheit kommt erst, wenn sie abklingt.
Die siebenjährige Marie ist den ganzen Nachmittag fröhlich und bricht beim Packen der Schultasche in Tränen aus. Ihre Eltern finden keinen Grund, und am nächsten Morgen ist sie wieder gut gelaunt.
Das Solarplexus-Zentrum beschreibt, ob solche Gefühle aus dem Kind selbst kommen oder ob es aufnimmt, was in der Umgebung liegt. Diese Unterscheidung verändert den Umgang mit solchen Abenden grundlegend.
Was zeigt das Solarplexus-Zentrum im Chart eines Kindes?
Das Chart enthält neun Zentren, und jedes steht für einen Lebensbereich. Das Solarplexus-Zentrum ist das dreieckige Zentrum rechts unten neben dem Sakralzentrum und steht für Gefühle, Stimmungen und emotionale Klarheit.
Entscheidend ist, ob es definiert, also farbig, oder undefiniert beziehungsweise offen, also weiß, ist. Das Chart berechnet ihr mit dem Chartrechner, dafür braucht ihr Geburtsdatum, Geburtszeit und Geburtsort. Das Zentrum bleibt das ganze Leben gleich und beschreibt, wie Gefühle entstehen und verarbeitet werden, nicht den Charakter.
Wie erlebt ein Kind mit definiertem Solarplexus seine Gefühle?
Es erlebt eigene Hochs und Tiefs, die oft ohne äußeren Anlass kommen und gehen. Eltern suchen dann leicht nach einem Grund, den es vielleicht gar nicht gibt.
In der Welle gibt es keine klare Wahrheit. Was im Tief dramatisch wirkt, sieht im Hoch anders aus, und Klarheit zeigt sich erst danach. Entscheidungen brauchen deshalb Zeit, denn ein Ja im Hoch oder ein Nein im Tief hält meist nicht, selbst bei kleinen Fragen. Für Familien liegt darin eine Entlastung: Die Welle muss nicht beendet oder erklärt werden, verlässliche Begleitung reicht.
Wie zeigt sich ein undefinierter oder offener Solarplexus?
Das Kind nimmt die Stimmung im Raum auf wie ein Schwamm. Es spürt Spannung, bevor etwas gesagt wird, und trägt fremde Gefühle wie eigene. Oft wird es genau dann laut, wenn unausgesprochene Spannung im Raum liegt, was wie schlechtes Timing wirkt, tatsächlich aber das Aufgenommene zeigt.
Undefiniert und offen unterscheiden sich nur graduell. Offen bedeutet meist eine noch intensivere und wechselhaftere Wahrnehmung. Beide brauchen Stabilität von außen und Erwachsene, die ihre eigene Stimmung ernst nehmen. Kleine Kinder können das Aufgenommene nicht einordnen und weinen oder drehen auf, Schulkinder sagen eventuell, sie wüssten nicht, warum sie so sind.
Typische Unterschiede
- Stimmungswechsel: definiert kommen von innen, oft ohne Anlass, offen folgen der Stimmung im Raum.
- Nach Kindergarten oder Schule: definiert läuft die eigene Welle weiter, offen werden die Gefühle anderer mit nach Hause getragen.
- Bei Streit der Erwachsenen: definiert bleibt eher bei seiner Stimmung, offen wird unruhig, laut oder weinerlich.
- Bei Entscheidungen: definiert braucht Zeit, bis die Welle vorbei ist, offen braucht einen ruhigen Raum ohne fremde Spannung.
Warum wird ein Kind mit aufnehmendem Solarplexus oft falsch verstanden?
Es wirkt wechselhaft, weil seine Stimmung je nach Umgebung schwankt, und wird schnell als launisch, überempfindlich oder dramatisch eingeordnet. Ob euer Kind Stimmungen aufnimmt, lässt sich beobachten: Ändert sich seine Stimmung mit dem Raum?
Auch ein Kind mit definiertem Zentrum wird oft missverstanden. Wer nach Gründen bohrt oder das Tief wegredet, erzeugt eher Druck. Bei Marie hilft ein ruhiger Satz, dass sie gerade traurig ist, mehr als die Frage nach dem Warum, denn klären lässt sich später.
Was könnt ihr konkret tun?
Bei definiertem Solarplexus zählt der Zeitpunkt. Wichtige Entscheidungen gehören nicht in die Welle, und ein Satz wie: Wir schlafen eine Nacht darüber, passt gut. Bei aufnehmendem Solarplexus geht es um die eigene Stimmung als Teil der Wirkungskette, nicht um Schuld.
Schritt für Schritt
- Keine wichtigen Fragen im Tief stellen und im Hoch keine Versprechen einfordern.
- Nach einer Welle ruhig fragen, wie es sich jetzt anfühlt.
- Eigene Anspannung benennen und klarstellen, dass sie nichts mit dem Kind zu tun hat.
- Nach vollen Tagen einen ruhigen Übergang schaffen.
- Ab dem Grundschulalter gemeinsam fragen, ob das Gefühl wirklich zum Kind gehört.
Wie ist euer Kind angelegt?
Mit dem Chartrechner seht ihr Energietyp, Profil, Zentren und Variablen eures Kindes auf einen Blick. Ihr braucht nur Geburtsdatum, Geburtszeit und Geburtsort.
Chart berechnenHäufige Fragen
Ist ein Kind mit offenem Solarplexus besonders sensibel?
Es nimmt an dieser Stelle mehr auf und erlebt fremde Stimmungen intensiv. Das ist eine feine Wahrnehmung, wird aber schwierig, wenn das Kind Aufgenommenes für sein Eigenes hält. Hilfreich ist, wenn Erwachsene immer wieder zwischen eigenen und fremden Gefühlen unterscheiden.
Kann ich die Gefühlswellen meines Kindes abkürzen?
Nein, und es ist auch nicht nötig. Ablenkung oder Argumente verkürzen die Welle selten und machen sie oft intensiver. Hilfreich ist, das Gefühl ohne Bewertung zu begleiten und Lösungsgespräche auf einen ruhigeren Moment zu verschieben.
Was, wenn ich selbst einen definierten Solarplexus habe und mein Kind nicht?
Euer Kind nimmt eure Gefühlswellen dann besonders stark auf, auch wenn ihr nichts sagt. Benennt eure Stimmung offen und kindgerecht, damit euer Kind nicht rätseln muss.