Wie viel Schlaf braucht ein Kind in welchem Alter?

Der Schlafbedarf sinkt mit dem Alter, die Spanne innerhalb einer Altersgruppe beträgt aber regelmäßig drei Stunden. Aussagekräftiger als die Stundenzahl ist, wie ein Kind tagsüber wirkt.

Kurz erklärt

  • Der Schlafbedarf sinkt mit dem Alter, die Spanne innerhalb einer Altersgruppe ist jedoch groß.
  • Zwei gleichaltrige Kinder können sich um zwei Stunden unterscheiden, ohne dass eines davon zu wenig schläft.
  • Aussagekräftiger als die Stundenzahl ist, wie das Kind tagsüber wirkt.
  • Richtwerte sind Orientierung, kein Ziel, das erreicht werden muss.

Kaum eine Zahl wird in Elterngruppen so häufig verglichen wie die Schlafdauer. Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass die veröffentlichten Richtwerte Spannen sind und keine Vorgaben. Sie beschreiben, in welchem Bereich sich die meisten Kinder bewegen, und sie lassen bewusst viel Raum, weil der Bedarf von Kind zu Kind stark schwankt.

Die üblichen Spannen

Für Säuglinge in den ersten Monaten werden ungefähr vierzehn bis siebzehn Stunden über den Tag verteilt angegeben, verteilt auf viele einzelne Abschnitte. Zwischen dem ersten und zweiten Geburtstag liegen die Angaben meist bei elf bis vierzehn Stunden einschließlich Mittagsschlaf. Im Kindergartenalter sinkt die Spanne auf etwa zehn bis dreizehn Stunden, im Grundschulalter auf neun bis elf, und im Jugendalter werden acht bis zehn Stunden genannt.

Entscheidend an diesen Zahlen ist die Breite. Zwischen dem unteren und oberen Rand liegen regelmäßig drei Stunden. Ein fünfjähriges Kind mit zehn Stunden und eines mit dreizehn Stunden können beide genau das bekommen, was sie brauchen.

Woran man erkennt, dass die Menge passt

  • Das Kind ist tagsüber überwiegend aufnahmefähig und ausgeglichen.
  • Es lässt sich morgens ohne große Mühe wecken oder wacht von selbst auf.
  • Es schläft am Wochenende nicht regelmäßig weit länger als unter der Woche.
  • Es schläft abends innerhalb einer halben Stunde ein, ohne lange zu kämpfen.

Warum die Uhrzeit oft wichtiger ist als die Dauer

Viele Kinder, die als schlechte Schläfer gelten, bekommen rechnerisch genug Schlaf, aber zur falschen Zeit. Ein Kind, das abends spät einschläft und morgens für die Kita geweckt wird, verliert das Ende des Schlafs, in dem besonders viel Traumschlaf liegt. Ein Kind, das zu früh ins Bett gebracht wird, obwohl es noch nicht müde ist, liegt wach und verbindet das Bett mit Anstrengung.

Hilfreicher als Stunden zu zählen ist deshalb, zwei Wochen lang aufzuschreiben, wann das Kind tatsächlich einschläft und wann es von selbst aufwacht. Aus diesen beiden Zeiten ergibt sich der natürliche Rhythmus, und von dort aus lässt sich planen.

Wenn der Mittagsschlaf zur Streitfrage wird

Der Übergang vom Mittagsschlaf zum Durchhalten ist eine der häufigsten Quellen abendlicher Unruhe. Fällt der Mittagsschlaf zu früh weg, kippt das Kind am späten Nachmittag in Übermüdung, und übermüdete Kinder wirken aufgedreht statt müde. Bleibt er zu lange, verschiebt er die Einschlafzeit nach hinten.

Ein verlässliches Zeichen dafür, dass der Mittagsschlaf gehen darf, ist, dass das Kind ihn über mehrere Wochen verweigert und abends dafür deutlich leichter einschläft. Einzelne Tage sagen wenig aus.

Dieser Beitrag beschreibt Orientierungswerte für den Alltag. Wenn ein Kind trotz ausreichender Schlafzeit dauerhaft erschöpft wirkt, nachts auffällig schnarcht, Atemaussetzer zeigt oder sehr unruhig schläft, gehört das ärztlich angesehen.

Die Fachausbildung

Kinderschlaf fachlich begleiten

In der Fachrichtung Kinderschlaf und Co-Regulation lernst du, woran es liegt, wenn ein Kind abends nicht zur Ruhe kommt, welche Umgebung es wirklich braucht und wie du Familien über Wochen tragfähig begleitest. Zertifiziert, berufsbegleitend, mit Abschlussprüfung.

Zu den FachrichtungenGespräch anfragen

Häufige Fragen

Mein Kind schläft weniger als alle anderen. Ist das schlimm?

Nicht automatisch. Entscheidend ist, wie es tagsüber wirkt. Ein Kind am unteren Rand der Spanne, das ausgeglichen und aufnahmefähig ist, bekommt genug.

Soll ich mein Kind früher ins Bett bringen, damit es mehr schläft?

Nur, wenn es tatsächlich müde ist. Ein Kind, das wach im Bett liegt, verlängert nicht den Schlaf, sondern die Wachzeit im Bett.

Zählt der Mittagsschlaf zur Gesamtmenge?

Ja, die Richtwerte beziehen sich auf die Summe aus Nacht und Tag, solange das Kind überhaupt noch mittags schläft.

Weiterlesen

Alle Beiträge ansehen