Welche neun Zentren gibt es im Human Design?

Jedes der neun Zentren deckt einen Lebensbereich ab und ist definiert, undefiniert oder offen. Daran zeigt sich, wo ein Kind Einfluss aufnimmt.

Kurz erklärt

  • Jedes der neun Zentren deckt einen Lebensbereich ab.
  • Jedes Zentrum ist definiert, undefiniert oder offen.
  • Definierte Zentren arbeiten beständig, offene und undefinierte nehmen die Umgebung auf.
  • Für den Anfang genügt der Blick auf die offenen und undefinierten Zentren.

Im Chart gibt es neun Zentren, und jedes ist definiert, undefiniert oder offen. Für den Familienalltag sind sie die wichtigste Ebene, weil sie zeigen, wo ein Kind beständig ist und wo es Einfluss aufnimmt.

Vincent ist neun und arbeitet in der Schule ruhig und konzentriert. Zu Hause wird er hektisch, sobald morgens der Zeitdruck einsetzt. Das wirkt widersprüchlich und beschreibt in Wirklichkeit eine starke Reaktion auf seine Umgebung, und genau das erklären die Zentren.

Was sind die Zentren im Human Design?

Das Chart zeigt neun geometrische Formen, jede steht für einen Bereich, etwa Gefühle, Druck, Ausdruck oder Identität. Die Zentren zeigen, wo ein Kind sich verlässlich selbst trägt und wo es stark von anderen geprägt wird. Der Energietyp beschreibt dagegen, wie es handelt.

Verbunden werden die Zentren über Kanäle. Ein vollständig aktiver Kanal definiert beide Zentren, die er verbindet.

Was bedeuten definiert, undefiniert und offen?

Definiert heißt, dass der Bereich jedes Mal gleich arbeitet und dass das Kind dort andere prägt. Undefiniert heißt, dass es Einfluss von außen aufnimmt und verstärkt, dabei aber einige feste Punkte behält. Offen heißt, dass kein eigener Bezugspunkt vorhanden ist, also alles aus der Umgebung kommt.

Offen bedeutet nicht schwach. Es ist ein feiner Empfänger, nur halten Kinder das Aufgenommene oft für ihr Eigenes. Vincent erlebt den Zeitdruck seiner Mutter als seinen eigenen.

Wofür stehen die neun Zentren bei einem Kind?

Die neun Zentren und ihr Thema

  • Kopfzentrum, mentaler Druck und Fragen: definiert eigene Fragen, offen übernimmt es die Sorgen anderer.
  • Ajna-Zentrum, Denken und Meinungen: definiert ein beständiger Denkstil, offen wechseln Meinungen mit der Umgebung.
  • Kehlzentrum, Ausdruck und Handeln: definiert verlässlicher Zugang zur Sprache, offen redet es viel oder gar nicht, je nach Gruppe.
  • G-Zentrum, Identität und Richtung: definiert ein stabiles Selbstgefühl, offen verändert sich das Selbstbild mit Ort und Menschen.
  • Herz- und Ego-Zentrum, Willenskraft und Selbstwert: definiert kann es Willenskraft abrufen, offen will es sich beweisen und übernimmt zu viel.
  • Solarplexus-Zentrum, Gefühle und Stimmungen: definiert eigene Gefühlswellen, offen nimmt es die Stimmung im Raum auf.
  • Sakralzentrum, Lebensenergie und Arbeitskraft: definiert beständige Energie, die Beteiligung braucht, offen verstärkt es die Energie anderer und kennt seine Grenze nicht.
  • Milzzentrum, Intuition und Sicherheit: definiert ein schnelles, genaues Gespür, offen hält es am Vertrauten fest.
  • Wurzelzentrum, Druck und Antrieb: definiert verwandelt es Druck in Handeln, offen erlebt es den Druck anderer als eigenen.

Welche Zentren sind im Familienalltag besonders spürbar?

Die offenen und undefinierten Zentren verursachen den größten Teil dessen, was Eltern schwierig finden, etwa Stimmungsschwankungen, Unruhe, Grübeln oder starke Anpassung.

Drei fallen besonders auf. Ein offenes Solarplexus-Zentrum macht ein Kind zum Schwamm für Spannung im Raum, oft bevor etwas gesagt wurde. Ein offenes Wurzelzentrum lässt ein Kind unter Zeitdruck hektisch werden oder erstarren, so wie bei Vincent am Morgen. Ein offenes Sakralzentrum führt dazu, dass ein Kind in Gruppen überdreht und danach zusammenbricht, was in der Schule nach fehlender Ausdauer aussieht und in Wirklichkeit Erschöpfung an der falschen Stelle ist.

Wie findet ihr die Zentren eures Kindes im Chart?

Der kostenlose Chartrechner zeigt die Körpergrafik. Oben steht das Kopfzentrum, darunter Ajna und Kehle, in der Mitte G und Herz, unten Milz, Sakral, Solarplexus und Wurzel.

Farbige Zentren sind definiert, weiße Zentren sind undefiniert oder offen. Zählt die weißen Zentren, denn Kinder mit vielen weißen Zentren wirken in verschiedenen Umgebungen oft wie verschiedene Kinder. Das beschreibt Durchlässigkeit und keinen Charaktermangel. Vergleicht außerdem mit eurem eigenen Chart: Wo ihr definiert seid und euer Kind offen ist, wirkt eure Energie stark auf es.

Fünf Schritte

  • Die weißen Zentren eures Kindes markieren und ihre Themen notieren.
  • Mit dem Zentrum beginnen, das im Alltag die meiste Reibung erzeugt.
  • Bei starken Reaktionen zuerst prüfen, was im Raum los war.
  • Die eigenen definierten Zentren kennen, weil sie auf die offenen des Kindes wirken.
  • Nach vollen Tagen Zeit ohne Gruppe und ohne Erwartungen einplanen.

Für Vincent heißt das, den Morgen so zu planen, dass weniger Zeitdruck entsteht, und bewusster mit den eigenen Blicken auf die Uhr umzugehen.

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Wie ist euer Kind angelegt?

Mit dem Chartrechner seht ihr Energietyp, Profil, Zentren und Variablen eures Kindes auf einen Blick. Ihr braucht nur Geburtsdatum, Geburtszeit und Geburtsort.

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Häufige Fragen

Ist ein Kind mit vielen offenen Zentren empfindlicher?

Es ist durchlässiger. Es nimmt viel aus seiner Umgebung auf, was ermüden kann, ihm aber auch eine feine Wahrnehmung gibt. Erwachsene helfen am meisten, wenn sie mit ihm trennen, was zu ihm gehört und was es aufgenommen hat.

Kann ein Zentrum im Laufe des Lebens definiert werden?

Nein. Der Zustand eines Zentrums bleibt lebenslang gleich. Andere Menschen können ein offenes Zentrum vorübergehend aktivieren, und das Kind verliert diese Energie wieder, sobald es allein ist.

Welches Zentrum ist das wichtigste?

Keines ist grundsätzlich wichtiger. Das Sakralzentrum ist für den Energietyp besonders bedeutsam, und mehrere Zentren hängen mit der Autorität zusammen. Im Familienalltag ist meist das Zentrum das wichtigste, das die meisten Konflikte erklärt.

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